Zum Inhalt springen
Strompreise

Strompreise nach Bundesland

2 Min. Lesezeit Stand: Juli 2026

Zwei Haushalte, gleicher Verbrauch, gleicher Anbieter-Wechsel-Elan — und trotzdem zahlt der eine mehrere hundert Euro im Jahr mehr als der andere. Der einzige Unterschied: die Postleitzahl. Strom kostet in Deutschland je nach Bundesland spürbar unterschiedlich viel, und der Hauptgrund dafür hat mit dem Anbieter oft gar nichts zu tun.

Wie groß sind die Unterschiede?

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland liegen aktuell etwa 15 bis 20 Prozent beim Preis pro Kilowattstunde — je nach Erhebungsmethode und Stichtag auch mehr. Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden macht das üblicherweise 250 bis über 350 Euro Unterschied, ganz allein durch den Wohnort.

Tendenziell günstiger fahren Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und gut ausgelasteten Netzen — etwa Teile Bayerns, Mecklenburg-Vorpommerns oder Brandenburgs. Ausgerechnet ländliche Gegenden mit viel Windkraft- oder Solarausbau zahlen dagegen oft mehr, weil sich die Kosten für den nötigen Netzausbau auf weniger Einwohner verteilen. Je nach Erhebungsstichtag tauchen auch Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland oder Thüringen als vergleichsweise teuer auf — die genaue Rangfolge schwankt zwischen den Portalen, weil unterschiedliche Städte-Stichproben und Zeitpunkte zugrunde liegen.

Warum unterscheiden sich die Netzentgelte so stark?

Drei Faktoren erklären den Löwenanteil der regionalen Preisunterschiede. Erstens der Netzausbau für erneuerbare Energien: Wo viel Windkraft oder Solarstrom eingespeist wird, braucht es oft teuren Netzausbau, dessen Kosten bislang stark regional umgelegt wurden. Zweitens die Bevölkerungsdichte — in dicht besiedelten Gebieten verteilen sich die Fixkosten des Netzes auf mehr Schultern, der Anteil pro Haushalt sinkt entsprechend. Und drittens die schiere Zahl der Netzbetreiber: Über 800 Unternehmen kalkulieren in Deutschland ihre Netzentgelte jeweils selbst, was zu teils erheblichen lokalen Unterschieden führt — auch innerhalb eines einzigen Bundeslands.

Was ändert sich 2026?

Die Bundesregierung hat eine Reform der Netzentgelte auf den Weg gebracht, die genau diese regionalen Schieflagen abmildern soll. Ein Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten hat bundesweit bereits für spürbar niedrigere Netzkosten gesorgt. Ganz verschwinden werden die regionalen Unterschiede dadurch aber nicht — ein Teil der Netzentgelte bleibt lokal kalkuliert.

Was bedeutet das für Sie?

Der Wohnort allein entscheidet nicht darüber, ob Sie viel oder wenig für Strom zahlen — die Netzentgelte sind für alle Anbieter in Ihrer Region gleich hoch und lassen sich durch einen Wechsel nicht umgehen. Das eigentliche Sparpotenzial steckt im Vergleich der Beschaffungs- und Vertriebskosten der einzelnen Anbieter, und die schwanken je nach Postleitzahl erheblich. Ein Vergleich lohnt sich deshalb unabhängig vom Bundesland — besonders, wenn Sie noch nie gewechselt haben oder in der Grundversorgung stecken.

Quellen: StromAuskunft.de (Strompreis-Atlas), Verivox Verbraucher-Atlas, Strom-Report, preisvergleich.de. Rangfolgen einzelner Bundesländer variieren je nach Quelle und Stichtag; verlässliche Aussagen zu Ihrer konkreten Region liefert ausschließlich ein Vergleich mit Ihrer eigenen Postleitzahl.

Jetzt Stromtarife vergleichen

In 2 Minuten den günstigsten Anbieter für Ihre Postleitzahl finden — kostenlos & unverbindlich.

Tarife vergleichen