Was kostet Heizen mit einer Wärmepumpe im Vergleich zu Gas? Berechnen Sie Ihre individuelle Ersparnis auf Basis von Wohnfläche, Dämmstandard und Effizienz.
Ersparnis pro Jahr
1.148 €
gegenüber Gasheizung
Inhaltsverzeichnis
Das hängt stark vom Gebäudezustand ab. In gut gedämmten Neubauten oder sanierten Bestandsgebäuden mit Fußbodenheizung und niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten Wärmepumpen sehr effizient (JAZ 4,0 bis 5,0) und sind in der Regel klar wirtschaftlicher als Gas. In unsanierten Altbauten mit hohen Heizkörpertemperaturen sinkt die Effizienz (JAZ oft nur 2,5 bis 3,0), wodurch sich der Kostenvorteil deutlich verringert oder ganz verschwindet — hier lohnt sich oft zunächst eine Dämmmaßnahme, bevor eine Wärmepumpe installiert wird.
Der Wärmebedarf ergibt sich aus Wohnfläche multipliziert mit dem spezifischen Bedarf je Dämmstandard: unsanierte Altbauten benötigen im Schnitt rund 180 kWh pro Quadratmeter und Jahr, teilsanierte Gebäude etwa 120 kWh, Neubauten nach KfW-Standard nur rund 70 kWh. Die Gaskosten berechnen sich unter Annahme eines Brennwertkessel-Wirkungsgrads von 90 Prozent zum aktuellen Gas-Neukundentarif von rund 10,5 Cent pro Kilowattstunde (Stand Juli 2026). Die Wärmepumpen-Stromkosten ergeben sich aus dem Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) — sie beschreibt, wie viel Wärmeenergie die Wärmepumpe pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,8 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 3,8 kWh Wärme.
Die tatsächliche Jahresarbeitszahl hängt stark vom Gebäude, der Vorlauftemperatur und der Wärmepumpen-Art ab. Luft-Wasser-Wärmepumpen in schlecht gedämmten Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen erreichen oft nur eine JAZ von 2,5 bis 3,0, moderne Anlagen in gut gedämmten Gebäuden mit Fußbodenheizung erreichen häufig 4,0 bis 5,0. Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme, Grundwasser) erzielen tendenziell noch höhere JAZ-Werte als Luft-Wasser-Wärmepumpen, sind dafür aber in der Anschaffung teurer. Ein Energieberater kann die realistische JAZ für Ihr konkretes Gebäude einschätzen.
Eine Photovoltaikanlage kann einen erheblichen Teil des Wärmepumpen-Stromverbrauchs abdecken, besonders in den Übergangsmonaten Frühling und Herbst, wenn sowohl Heizbedarf als auch Solarertrag vorhanden sind. Im tiefsten Winter liefert die PV-Anlage naturgemäß wenig Ertrag, während der Heizbedarf am höchsten ist — die Kombination senkt daher die Stromkosten spürbar, ersetzt aber nicht den Netzbezug vollständig. Wer beides plant, sollte die PV-Anlage mit Blick auf den zusätzlichen Wärmepumpen-Verbrauch etwas großzügiger dimensionieren als für den Haushaltsstrom allein.
Eine Jahresarbeitszahl von 3,5 bis 4,0 gilt als guter Richtwert für die meisten sanierten Bestandsgebäude. In Neubauten mit Fußbodenheizung sind auch 4,5 bis 5,0 realistisch, in unsanierten Altbauten mit Heizkörpern oft nur 2,5 bis 3,0.
Bei einer JAZ von 3,8 und einem Wärmepumpenstromtarif von rund 28 Cent pro kWh liegen die Heizkosten häufig 30 bis 40 Prozent unter denen einer vergleichbaren Gasheizung — vorausgesetzt, das Gebäude ist ausreichend gedämmt.
Ja, viele Anbieter haben eigene Wärmepumpentarife, die oft günstiger sind als der normale Haushaltstarif — teils in Kombination mit einem separaten Zähler, den der Netzbetreiber vorschreiben kann.
Grundsätzlich ja, allerdings sinkt die Effizienz bei hohen Vorlauftemperaturen (klassische Heizkörper statt Fußbodenheizung) und schlechter Dämmung deutlich. Oft lohnt sich eine Kombination aus punktueller Dämmung und größeren Heizkörpern, um die JAZ zu verbessern.