Lohnt sich eine Solaranlage für Ihr Dach? Berechnen Sie Ertrag, Eigenverbrauch und Amortisationszeit — mit aktuellen Kosten- und Vergütungssätzen (Stand Juli 2026).
Amortisationszeit
10,2 Jahre
danach nahezu kostenloser Strom
Inhaltsverzeichnis
Als Faustregel gilt: Pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch sollten Sie etwa 1 bis 1,2 kWp Anlagenleistung einplanen. Wer zusätzlich einen hohen Eigenverbrauch erzielen möchte — besonders in Kombination mit einem Batteriespeicher — dimensioniert die Anlage oft großzügiger, etwa das 1,5- bis 2,5-fache des reinen Bedarfs. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 4.000 kWh Jahresverbrauch liegt eine sinnvolle Anlagengröße daher meist zwischen 6 und 10 kWp, abhängig von verfügbarer Dachfläche und Budget.
Der Jahresertrag ergibt sich aus Anlagengröße × spezifischem Ertrag (800–1.050 kWh pro kWp und Jahr, abhängig von der Dachausrichtung). Ohne Batteriespeicher werden erfahrungsgemäß rund 30 % des erzeugten Stroms direkt selbst verbraucht, mit Speicher steigt dieser Anteil auf etwa 60 %. Der Rest wird zur aktuellen Einspeisevergütung von 7,78 Cent pro Kilowattstunde (Teileinspeisung, Anlagen bis 10 kWp, Stand Juli 2026) ins Netz eingespeist. Für den selbst verbrauchten Strom wird eine Ersparnis von rund 32 Cent pro Kilowattstunde angesetzt — der Betrag, den Sie sonst für Netzstrom bezahlen würden. Die Investitionskosten werden mit rund 1.450 Euro pro kWp (schlüsselfertig, ohne Speicher) kalkuliert; mit Speicher kommen pauschal weitere 6.000 Euro hinzu. Die Amortisationszeit ergibt sich aus Investition geteilt durch die jährliche Gesamtersparnis.
Ein Speicher erhöht die Investitionskosten spürbar, steigert aber den Eigenverbrauchsanteil deutlich — von typischerweise 30 auf bis zu 60 bis 80 Prozent. Das lohnt sich besonders, wenn Sie tagsüber wenig zuhause sind und den erzeugten Solarstrom sonst überwiegend einspeisen würden, statt ihn abends selbst zu nutzen. Bei sehr niedrigem Eigenverbrauch ohne Speicher (etwa bei Berufstätigen ohne Homeoffice) amortisiert sich ein Speicher oft schneller als bei Haushalten, die ohnehin schon tagsüber viel Strom selbst verbrauchen.
Bei aktuellen Strompreisen von 30 bis 40 Cent pro Kilowattstunde und einer Einspeisevergütung von nur rund 7,78 Cent ist der Eigenverbrauch wirtschaftlich klar im Vorteil: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart etwa das Vierfache dessen, was die Einspeisung einbringt. Volleinspeisung (kompletter Strom wird eingespeist, kein Eigenverbrauch) erhält zwar einen höheren Vergütungssatz von aktuell 12,34 Cent pro kWh, ist aber trotzdem meist unwirtschaftlicher als ein hoher Eigenverbrauchsanteil — es sei denn, am Standort ist praktisch kein Eigenverbrauch möglich, etwa bei selten bewohnten Gebäuden.
Diese Berechnung ist eine grobe Orientierung auf Basis bundesweiter Durchschnittswerte. Ihre tatsächliche Anlage hängt von individueller Verschattung, Dachneigung, Modultyp und regionaler Sonneneinstrahlung ab — für ein verbindliches Angebot empfiehlt sich immer eine Vor-Ort-Beratung durch einen Fachbetrieb.
Für Anlagen bis 10 kWp liegt die Einspeisevergütung seit Februar 2026 bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde bei Teileinspeisung und 12,34 Cent bei Volleinspeisung. Die Sätze sinken alle sechs Monate um 1 Prozent für neu in Betrieb genommene Anlagen — einmal festgelegt gilt der Satz aber 20 Jahre lang.
Typische Amortisationszeiten liegen bei 8 bis 12 Jahren, abhängig von Anlagengröße, Eigenverbrauchsanteil und Ausrichtung. Danach liefert die Anlage über die restliche Nutzungsdauer von meist 20 bis 25 Jahren nahezu kostenlosen Strom.
Schlüsselfertige Anlagen kosten aktuell rund 1.300 bis 1.600 Euro pro kWp ohne Speicher, mit Speicher etwa 1.700 bis 2.100 Euro pro kWp. Eine typische 10-kWp-Anlage mit Speicher liegt damit bei rund 16.000 bis 20.000 Euro.
Nein. Für private Photovoltaikanlagen bis 30 kWp gilt seit 2023 ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent (§ 12 Abs. 3 UStG) — Netto- und Bruttopreis sind identisch.
Ja, wenn auch mit geringerem Ertrag. Ost-West-Ausrichtungen erzielen rund 90 Prozent, Nordausrichtungen etwa 75 bis 80 Prozent des Ertrags einer Südanlage — bleiben aber in den meisten Fällen weiterhin wirtschaftlich, besonders bei hohem Eigenverbrauch.