Ökostromtarife im Vergleich
Noch vor wenigen Jahren war Ökostrom eine Frage der Überzeugung — wer ihn wollte, zahlte meist drauf. 2026 hat sich das gedreht: Laut Verivox entfallen inzwischen rund 81 Prozent aller Anbieterwechsel auf Tarife mit 100 Prozent erneuerbaren Energien, vor fünf Jahren waren es erst 68 Prozent. Der Grund ist längst nicht mehr nur das gute Gewissen, sondern zunehmend der Preis.
Was ist ein Ökostromtarif eigentlich?
Der Begriff „Ökostrom" ist in Deutschland gesetzlich nicht geschützt — das ist der erste Haken. Grundsätzlich gilt: Ökostrom stammt aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne, Wasserkraft, Biomasse oder Geothermie. Physikalisch lässt sich das im Netz aber gar nicht nachvollziehen, denn Strom aus allen Quellen vermischt sich zu einem gemeinsamen Pool, bevor er bei Ihnen ankommt. Ökostromtarife funktionieren deshalb über sogenannte Herkunftsnachweise: Der Anbieter weist damit nach, dass er für die an Sie gelieferte Strommenge eine entsprechende Menge erneuerbaren Stroms eingekauft oder eingespeist hat — eine buchhalterische, keine physikalische Garantie.
Kostet Ökostrom mehr?
Der klassische Öko-Aufpreis ist 2026 weitgehend Geschichte. Aktuelle Auswertungen von Verbraucherportalen zeigen, dass Ökostromtarife preislich praktisch gleichauf mit konventionellen Tarifen liegen — teils sind die günstigsten grünen Angebote sogar preiswerter als der Marktdurchschnitt. Richtig teuer bleibt vor allem eins: die Grundversorgung, unabhängig davon, ob sie grün oder konventionell ist.
| Tarifart | Ø Preis pro kWh (2026) |
|---|---|
| Ökostrom-Neukundentarif | ca. 22–32 Cent |
| Konventioneller Neukundentarif | ca. 23–32 Cent |
| Grundversorgung (unabhängig vom Strommix) | ca. 37–43 Cent |
Woran erkennt man echten Ökostrom — und Greenwashing?
Nicht jeder als „grün" beworbene Tarif unterstützt tatsächlich den Ausbau erneuerbarer Energien. Viele Herkunftsnachweise stammen aus dem Ausland, oft von seit Jahrzehnten bestehenden Wasserkraftwerken — hier verschiebt sich lediglich eine Zahlung, ohne dass irgendwo eine neue Anlage entsteht. Wer sicherstellen möchte, dass sein Tarif einen echten Zusatznutzen hat, sollte auf unabhängige Gütesiegel wie das Grüner Strom Label oder ok-power achten. Diese verlangen von Anbietern zusätzliche Kriterien, etwa Investitionen in neue Anlagen oder eine klare Trennung vom Handel mit Kohle- und Atomstrom. Eine ausführliche Einordnung der gängigen Gütesiegel und wie Sie Greenwashing erkennen, finden Sie in unserem Ratgeber-Artikel zum Thema Ökostrom-Gütesiegel im Vergleich.
Was bedeutet das für Sie?
Da Ökostrom inzwischen preislich kaum noch einen Nachteil bedeutet, spricht bei einem ohnehin anstehenden Anbieterwechsel wenig gegen einen grünen Tarif. Wer über den reinen Herkunftsnachweis hinaus wirklich etwas zur Energiewende beitragen möchte, sollte gezielt nach Tarifen mit anerkanntem Label suchen — und die Angebote wie jeden anderen Stromtarif auch nach Preis, Preisgarantie und Vertragsbedingungen vergleichen.
Quellen: Verivox, Finanztip, Umweltbundesamt (Herkunftsnachweisregister), Verbraucherzentrale, TÜV SÜD. Preisangaben sind gerundete Marktdurchschnitte für Neukundentarife mit Preisgarantie, Stand Juli 2026.
Jetzt Ökostromtarife vergleichen
In 2 Minuten den günstigsten grünen Tarif für Ihre Postleitzahl finden — kostenlos & unverbindlich.
Tarife vergleichen